Innovationsmanagement in Korea: Korea erschafft sich seine Innovationskultur

Marc Gasser

Korea’s economy provides ideal conditions for innovation management and is now taking big steps towards its own innovation culture. Innovation management software can provide valuable assistance, on condition that the software products consider the cultural attributes.

tischen Inhaltsbewertung durch die Soft- ware zu achten. Für die Koreaner stehen Alter und Hierarchie an erster Stelle, deshalb ist es essenziell, dass auch dieser Fakt in der Software abgebildet wird.

Korea ist bereit

Koreanische Firmen bieten qualitativ hoch- wertige Güter an, womit das Land weltweit Marktanteile erobert hat und nun über idea- le Voraussetzungen für weiteres Wirtschafts- wachstum und Wohlstand verfügt. Die Inno- vationskultur in Korea unterscheidet sich insofern von der westlichen Innovations-

Kompakt

Gut ausgebildete Arbeitskräfte, eine stabi- le und entwickelte Infrastruktur sowie das daraus resultierende hohe Innovationsver- mögen für Produkte, Prozesse und Services in einer diversifizierten Wirtschaft zeichnen den südkoreanischen Markt aus. Damit die Firmen weiterhin so rasant wachsen können, bietet sich eine Kombination der gegebenen Wirtschaftssituation bzw. der bestehenden koreanischen Traditionen und Werte mit einer intelligenten Innovationsmanagement- Software an. Dies stellt eine große Chance für all jene Firmen dar, die derzeit eine Inno- vationskultur schaffen.

Wissen teilen und verknüpfen

Innovationsmanagement bedeutet die syste- matische Planung, Steuerung und Kontrolle von Innovationen in Organisationen. Damit beinhaltet dieser Prozess neben der Entwick- lung von Ideen auch deren Umsetzung in wirtschaftlich erfolgreiche Produkte bezie- hungsweise Dienstleistungen. Wichtig dabei ist, nicht (nur) auf das Horten von Wissen zu setzen, sondern vor allem die Verteilung und die Verknüpfung von Wissen zu fördern. Eine fruchtbare Innovationskultur soll einer Orga- nisation erlauben, gleichermaßen auf interne und externe Gelegenheiten zu reagieren.

Unterstützt werden kann das Innovations- management durch spezifische Software, die Richtlinien und Prozesse klar darlegt und Ideen aufbereitet und kategorisiert. Sie ermöglicht die Abbildung von Zielsetzungen, übersichtliche Strukturierung von Daten und das Verknüpfen derselben. Gegenüber den herkömmlichen Methoden im Innova- tionsmanagement, die großenteils manuell erledigt werden, bringt die Innovationsma-

nagement-Software vor allem den Vorteil der automatischen Unterstützung. Dadurch können Routinearbeiten, Kontrollen und Auswertungen automatisch durchgeführt und Ideen intelligent verknüpft werden (Clustering). Dabei werden auch die einzel- nen Prozessschritte aufeinander abgestimmt. Diese Automatisierung bringt neben einem beschleunigten Prozess mit transparenter Steuerung auch räumlich verteilten Innova-

tionsnetzwerken die Möglichkeit, orts- und zeitunabhängig zusammenzuarbeiten.

Die Software muss neben den Besonder- heiten der koreanischen Sprache auch die kulturellen Aspekte einer Organisati- on berücksichtigen können. In der Spra- che werden beispielsweise die Zeit oder der Kasus durch einzelne Affixe ausgedrückt – darauf ist besonders bei einer automa-

kultur, dass in koreanischen Unternehmen immer noch strikt der Top-Down Approach gelebt wird. Der Chef ist demnach eine wichtige Respektsperson, der nicht wider- sprochen wird. Durch die Öffnung der Orga- nisationsstrukturen erhalten die Angestell- ten nun die Möglichkeit, kreativ zu werden und einen Beitrag zur Innovation zu leisten. Dank der hohen Technologie-Affinität der Koreaner fällt es den Beschäftigten leicht,

KORUM Nr. 38 | April 2012 11

Kompakt

ihre Kreativität mit neuen Werkzeugen aus- zuleben. Solche Werkzeuge gibt es schon auf dem koreanischen Markt, allerdings sind die meisten Tools mit viel manueller Arbeit verbunden und demnach nur für eine über- schaubare Benutzergruppe geeignet. Dabei steckt gerade in einem großen Unternehmen enormes Wissen, welches man strukturiert zusammentragen könnte.

Diese Grundlage, zusammen mit dem groß- en Willen der Koreaner, das Land schnell vorwärts zu treiben, schreit geradezu nach Innovationsmanagement, um die Kräfte eines Unternehmens zu bündeln.

Feedback aus sozialen Netzwerken sammeln & auswerten

Das koreanische Produkt KKO KKO MYUN (꼬꼬면), eine Art Nudelsuppe mit Huhn, hat kürzlich das Potenzial der in Korea sehr aktiven Benutzer von sozialen Netzwer- ken (SNS) aufgezeigt. So wurde von dem Komödianten Lee Kyung-kyu (이경규), der

kein Suppen-Spezialist ist, mit Hilfe von Benutzern in sozialen Netzwerken ein Sup- penrezept entwickelt, welches anschließend umgesetzt wurde. Aufgrund von Feedback aus den sozialen Netzwerken wurde die Suppe verfeinert, in den Netzwerken bewor- ben und damit mit geringen Kosten auf dem Markt solide positioniert.

Dieses Potenzial lässt sich auch auf andere Bereiche sehr gut anwenden. So verspricht das koreanische Produkt Crowdea rund 50.000 Feedbacks aus Sozialen Netzwerken zu sammeln, womit spezifische Problem- stellungen beantwortet werden sollen. Diese Inputs können dann vom Innovationsma- nagement-Tool Cassiber von Astina auto- matisiert verarbeitet und evaluiert werden. Das Management muss sich anschließend nur noch mit den besten Ideen befassen und kann mit diesen weiterarbeiten.

Aktuell will Coca Cola Korea auf diese Weise Inputs zur Verkaufsförderung seines Energy Drinks sammeln. Konkret soll der Marktanteil des Getränks gesteigert werden. Dazu wer-

den tausende Feedbacks von koreanischen SNS-Kanälen wie Cyworld, Facebook, Twit- ter und Nate gesammelt, bewertet und mit ähnlichen Ideen verknüpft. Für erfolgreiche Ideen erhalten die Mitwirkenden eine Beloh- nung in Form von Getränken. Ein detaillierter Report zeigt dann die Ideen-Cluster auf und bildet für das Management eine konkrete Entscheidungsgrundlage.

Auch Roche Korea setzt auf Innovationen von Mitarbeitern und lanciert einen Inno- vations Award für herausragende Ideen. Die Software von Astina verwaltet die zahl- reichen, wertvollen Ideen der Mitarbeiter und bewertet sie mit Hilfe eines „Innova- tions-Trichters“. Auch konkrete Fragestel- lungen könnten so intern oder unter Mithilfe von SNS und Kunden effizient diskutiert werden. Jede Idee erhält einen sogenannten „IdeaRank“, vergleichbar mit dem Google PageRank, welcher wichtige Seiten im Web indexiert.

Marc Gasser ist Managing Partner der Astina AG.

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