Marc Gasser
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Perfektioniere deinen Sales Pitch mit April Dunford

Die meisten behandeln den Pitch als Lackschicht. Etwas, das man am Schluss draufstreicht, wenn das Produkt steht. Genau falsch herum.

Ich baue gerade meine 10. Firma und habe vorher 9 gebaut, 3 verkauft, als CCO 300 Leute gefuehrt. Eines hat sich in jeder dieser Firmen wiederholt: Der Pitch ist nicht das Letzte, was du machst. Er ist das Erste. Er ist die Positionierung, und die Positionierung ist die erste Bauphase deines GTM-Teams, nicht ein Copywriting-Trick vor dem Launch.

April Dunford hat das in ein Framework gegossen. Zwei Jahrzehnte als Operatorin bei Tech-Startups und bei IBM und Huawei, dann die Buecher "Obviously Awesome" und "Sales Pitch". Ich nehme ihr Framework und schaue es mir als Operator an: nicht als Pitch-Vorlage, sondern als Bauplan fuer das Fundament.

What you'll learn

  • Warum Positionierung die erste Bauphase ist, nicht der letzte Schliff.
  • Die 8 Schritte von Dunfords Sales Pitch, von Market Insight bis Call to Action.
  • Warum der Pitch die Grundlage ist, auf der Menschen und AI-Agents zusammen arbeiten.

Die These: Ein Sales Pitch ist die erste Bauphase deines GTM-Teams. Du baust ihn einmal sauber, dann arbeiten alle darauf, auch deine Agents.

🧨 Das Problem: Jedes Tool erzaehlt eine andere Geschichte

Schau dir ein typisches GTM-Team an, das stuck in the middle ist. Stuck in the middle heisst: Das Produkt hat Product-Market-Fit, aber die Skalierung steht aus, weil das Fundament aus Prozessen und Daten fehlt.

Bei diesen Teams lebt die Positionierung in Folien. Die Website sagt das eine, das Sales-Deck das andere, die Cold-Mail das dritte. Jedes Tool erzaehlt eine andere Geschichte. Kein Mensch im Team koennte in einem Satz sagen, warum die Firma existiert.

Dunford setzt genau dort an. Der erste Teil ihres Frameworks heisst "Der Markt". Erst das Fundament legen, dann das Haus bauen. Die Loesung kommt im zweiten Teil. Das ist die Reihenfolge, die fast alle umdrehen.

🛠️ Die 8 Schritte, als Bauplan gelesen

Dunfords Framework hat acht Schritte. Ich gebe sie kurz wieder und sage, was sie fuer den Aufbau bedeuten.

  • 1. Market Insight. Welchen Markt-Einblick hast du, den die Konkurrenz nicht hat? Im Kern ist das die Founder-Story: Warum existiert die Firma? Das ist kein Marketing-Satz, das ist die Wurzel von allem.
  • 2. Alternativen. Was tut der Kunde heute statt deiner Loesung? Dunford bricht mit dem alten Spruch "mach die Konkurrenz nie schlecht". Benenne die Alternativen klar, inklusive Status quo, also nichts tun. Beim GTM-Aufbau heisst das oft: jemanden einstellen oder nichts tun.
  • 3. Perfekte Welt. Wie saehe die ideale Loesung fuer den Kunden aus, wenn alles moeglich waere?
  • 4. Unternehmen und Loesung vorstellen. Jetzt erst trittst du auf. Du loest das Problem, das du vorher sauber aufgemacht hast.
  • 5. Differenzierter Wert. Was machst du anders, nicht welche Features du hast. Der haeufigste Fehler: gleich auf die Features springen. Der Wert fuehrt, die Features stuetzen im Hintergrund.
  • 6. Beweise. Belege statt Behauptungen. Case Studies, Zahlen, Testimonials. Kein Beleg, dann streichen.
  • 7. Einwaende. Nimm die Einwaende vorweg, die ohnehin kommen. Zeit und Budget sind die haeufigsten.
  • 8. Call to Action. Ein klarer naechster Schritt, der zum Inhalt passt. Im B2B selten der sofortige Kauf, eher der naechste sinnvolle Schritt.

Lies die Liste noch einmal. Fuenf der acht Schritte passieren, bevor du ueber dein Produkt redest. Das ist die ganze Pointe.

🤖 Wo AI-Agents ins Spiel kommen

Hier wird es 2026 interessant. Wenn dein Pitch sauber gebaut ist, hast du nicht nur ein Sales-Deck. Du hast die Grundlage, auf der AI-Agents arbeiten koennen.

AI-Agents uebernehmen die Ausfuehrung. Aber sie sind nur so gut wie ihr Kontext. Generische AI ohne Kontext ist Garbage in, Garbage out. Sie produziert plausible Nebelkerzen, schnell und im grossen Stil falsch. Deshalb braucht es die Context Engine: den Business-Kontext deiner Firma als Grundlage fuer die Agents. Dunfords 8 Schritte sind ein grosser Teil dieses Kontexts. Market Insight, Alternativen, differenzierter Wert, Beweise: genau das, was ein Agent wissen muss, um in deiner Stimme zu schreiben.

Ein Pitch in Folien hilft keinem Agenten. Ein Pitch als strukturierter Kontext schon. So baust du ein Hyperlean-Team, ein paar Profis plus AI-Agents, drei statt dreissig. Wenn du das Framework hands-on installieren willst, dafuer gibt es gtm.science.

🎢 Outro: Vom Lackieren zum Bauen

What shines. Dunfords Framework zwingt dich, zuerst den Markt zu klaeren. Das ist die richtige Reihenfolge. Fundament zuerst.

What doesn't shine. Als reine Pitch-Vorlage gelesen bleibt es Kosmetik. Acht Folien fuellen reicht nicht.

⚠️ Warning. Ein Pitch, der nur in einem Deck lebt, ist verloren. Er muss in dein System, damit Team und Agents dieselbe Geschichte erzaehlen.

Ich habe am Anfang gesagt, die meisten behandeln den Pitch als Lackschicht. Hoer damit auf. Die Positionierung ist die erste Bauphase deines GTM-Teams. Bau sie einmal sauber, und du gibst Menschen und AI-Agents dieselbe Grundlage. Drei statt dreissig faengt genau hier an.

Geschrieben von

Operator, Gründer, Autor

Marc arbeitet an der Schnittstelle von Product, GTM und AI. Neun Firmen gegründet, drei Exits, 300 Mitarbeitende geführt als CCO, 25 Jahre B2B-Software in Zürich. Die 10. Firma, teklens.ai, ist gerade im Bau (Hiring now). Er redet wie jemand, der gebaut, verkauft und geführt hat,