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Marc Gasser
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Perfektioniere deinen Sales Pitch mit April Dunford

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Perfektioniere deinen Sales Pitch mit April Dunford

Die meisten behandeln den Sales Pitch als Lackschicht. Etwas, das man am Schluss draufstreicht, wenn das Produkt steht. Genau falsch herum. Ein Sales Pitch nach April Dunford ist die erste Bauphase, nicht die letzte.

April Dunford hat das in ein Framework gegossen. Zwei Jahrzehnte als Operatorin bei Tech-Startups und bei IBM und Huawei, dann die Bücher Obviously Awesome und Sales Pitch. Ich nehme ihr Framework und schaue es als Operator an: nicht als Pitch-Vorlage, sondern als Bauplan für das Fundament.

Was du hier mitnimmst:

  • Warum Positionierung die erste Bauphase ist, nicht der letzte Schliff.
  • Die acht Schritte von Dunfords Sales Pitch, von Market Insight bis Call to Action.
  • Warum dieser Pitch die Grundlage ist, auf der Menschen und AI-Agents gemeinsam arbeiten.

Die These

Ein Sales Pitch ist die erste Bauphase deines GTM-Teams. Du baust ihn einmal sauber, dann arbeiten Mensch und Agent auf derselben Grundlage. Spart Monate, Personalkosten und Hype-Investitionen.

Warum scheitern die meisten Pitches schon vor dem ersten Slide?

Weil sie nicht an einer Positionierung hängen, sondern an einer Feature-Liste. Käufer kaufen nicht Funktionen, sie kaufen den Unterschied zu ihrer heutigen Lösung. Wer den Unterschied nicht in einem Satz erklären kann, hat keine Positionierung, sondern eine Broschüre.

Das sehe ich bei fast jeder Firma, die ich anschaue. Schöne Decks, generische Hooks, sechs Features auf Slide drei. Im Sales-Call sitzt der Account Executive, der jede Frage selbst überlegen muss, weil das Fundament fehlt. Generische AI darüber drüber gelegt macht das nicht besser. Sie macht das gleiche Problem schneller und in grösserem Stil sichtbar. Garbage in, Garbage out. Deshalb die Context Engine, und deshalb der Pitch als erstes Stück Kontext.

Wie baust du Dunfords acht Schritte als Operator?

Du baust sie wie eine Pipeline, nicht wie ein Deck. Jeder Schritt ist ein Stück Wissen, das Mensch und Agent gleich lesen können. Die acht Schritte sind: Market Insight, Alternativen, Differenzierter Wert, Wer profitiert, Produkt-Kategorie, Beweis, Einwände, Call to Action.

  1. Market Insight. Eine Trendbeobachtung, die der Käufer noch nicht vollständig sieht. Kein Hype, eine harte Linie auf dem Markt.
  2. Alternativen. Mit was vergleicht der Käufer dich heute? Excel, eine Inhouse-Lösung, ein Konkurrent? Wer Alternativen nicht benennt, gewinnt sie nicht.
  3. Differenzierter Wert. Was kannst du, was Alternativen nicht können, und warum ist das dem Käufer wichtig?
  4. Wer profitiert. Welche Eigenschaften muss der Käufer haben, damit der differenzierte Wert für ihn wirklich zählt?
  5. Produkt-Kategorie. In welche Kategorie willst du gestellt werden? Wer die Kategorie selbst setzt, schreibt den Vergleich.
  6. Beweis. Konkrete Zahlen, Cases, Analysten, Nutzer. Keine Posen.
  7. Einwände. Vorwegnehmen, was der Käufer denkt, bevor er es sagt.
  8. Call to Action. Ein klarer nächster Schritt, nicht "let's stay in touch".

Jeden dieser Schritte ziehst du einmal sauber, schreibst ihn in einen Satz und legst ihn in eine zentrale Quelle. Das ist das erste Stück deiner Context Engine. Ohne diese acht Sätze führst du die Diskussion über deine Firma jedes Mal von vorne. Mit ihnen führt sie sich von selbst.

Best, Better, Only: die Abkürzung zu Schritt 3

Der differenzierte Wert ist der Schritt, an dem die meisten Teams hängen bleiben. Stijn Hendrikse liefert in T2D3 eine Übung, die genau dieses Loch füllt: Best, Better, Only. Sie dauert einen Workshop, nicht ein Quartal.

So läuft sie. Erst listest du ungefiltert auf, was ihr am besten könnt. Hendrikse empfiehlt mehr als 10 Punkte. Dann streichst du alles, was ihr nicht nachweisbar besser macht als die Alternativen des Käufers. Übrig bleiben die 2 bis 3 Dinge, die nur ihr könnt. Mehr braucht es laut Hendrikse nicht. Mehr verwässert.

Das Ergebnis passt direkt in Dunfords Schritt 3. Und es beantwortet die 3 Fragen, die Hendrikse jedem Käufer unterstellt: Warum ändern? Warum du? Warum jetzt? Wer diese 3 Fragen nicht in je einem Satz beantworten kann, hat kein Messaging-Problem, sondern ein Fundament-Problem. Die Grundlagen dazu habe ich in der Produktpositionierung im B2B beschrieben.

Welches Tool nimmst du dafür?

Eins, das jeder im Team und jeder Agent lesen kann. Ein Notion-Doc, ein Google-Doc oder das Positionierungs-Modul in deinem GTM-OS reicht. Wichtig ist nicht das Tool, wichtig ist, dass es eine Quelle gibt, nicht drei.

Ich arbeite mit dem Context Workspace als zentrale Quelle. Dort liegen die acht Sätze, Personas, ICP und Voice-Guide nebeneinander. Mensch und Agent lesen dasselbe. Bei gtm.science installieren wir das in der Live-Cohort als Modul eins, bevor wir irgendwelche Kampagnen anpacken.

Was bringt es konkret, wenn die Positionierung sitzt?

Sales-Cycles werden kürzer, Discovery wird ehrlicher, Marketing produziert weniger Müll. Bei einem meiner Mandate sind Sales-Cycles von 14 auf 6 Wochen gefallen, nachdem wir die acht Sätze einmal sauber gezogen haben. Nichts am Produkt geändert, nur die Grundlage.

Der härteste Proof: Dieselben acht Sätze fahren auch deine AI-Agents. Wenn ein Outbound-Agent weiss, welche Alternative der Käufer heute nutzt, schreibt er eine andere Mail als ein generischer Agent. Wenn ein Research-Agent die Produkt-Kategorie kennt, scannt er andere Accounts. Wer die Positionierung schlampt, lässt seine Agents im Nebel laufen. Wer sie sauber baut, hat ein Hyperlean-Team aus drei Profis und Agents, das wie 30 wirkt.

Erst Diagnose, dann Pitch: die Regel von Jacco van der Kooij

Der beste Pitch nützt nichts, wenn er zu früh kommt. Jacco van der Kooij bringt das in der SaaS Sales Method auf eine Zeile: Ein Rezept vor der Diagnose ist ein Kunstfehler. Wer im Erstgespräch pitcht, verschreibt Medikamente, bevor er den Patienten untersucht hat.

Die Reihenfolge ist deshalb fix. Erst Discovery: Situation, Schmerz, Auswirkung und der kritische Termin des Käufers. Dann der Pitch, zugeschnitten auf diese Diagnose. Dunfords acht Schritte liefern das Material. Die Discovery entscheidet, welcher Teil davon auf den Tisch kommt.

Auch das Ende des Gesprächs dreht van der Kooij um. Der Abschluss ist aus Käufersicht kein Moment der Überredung, sondern die Bitte: Hilf mir, das intern zu verkaufen. Dein Ansprechpartner muss deinen Pitch vor Finance und Geschäftsleitung wiederholen können, ohne dich im Raum. Wenn deine acht Sätze das nicht überleben, sind sie noch nicht fertig.

Und beim Preis gilt bei ihm: tauschen, nicht verhandeln. Preiszugeständnisse gibt es nur im Tausch gegen etwas, das dein GTM stärkt: eine Referenz, eine Case Study, ein zitierbares Logo. Teams, die so arbeiten, drückten den durchschnittlichen Rabatt von über 20 % auf unter 10 %, schreibt van der Kooij. Das ist Consultant-Empirie ohne offene Methodik. Aber die Mechanik kostet nichts und diszipliniert beide Seiten.

Woran merkst du, dass dein Pitch die Positionierung verlassen hat?

An 3 Signalen: Jeder Deal braucht eigene Slides. Sales erzählt eine andere Geschichte als die Website. Und deine Agents produzieren plausiblen Nebel statt spitzer Aussagen. Jedes dieser Signale heisst: Das Fundament trägt nicht mehr.

Custom Slides pro Deal wirken wie Kundennähe. Tatsächlich sind sie ein Alarmsignal. Wenn der Account Executive für jeden Termin die Story neu baut, gibt es keine Story. Es gibt nur Improvisation im Corporate Design.

Die Lücke zwischen Website und Sales-Call ist das zweite Signal. Käufer lesen deine Website, bevor sie in den Call kommen. Hören sie dort eine andere Kategorie, einen anderen Wert, ein anderes Zielsegment, kaufen sie zuerst Misstrauen.

Das dritte Signal liefert dein eigener Stack. Wenn deine Agents trotz sauberem Setup generische Mails schreiben, liegt es selten am Prompt. Es liegt daran, dass die acht Sätze darunter nicht mehr stimmen oder nie geschrieben wurden. Ein Agent kann Positionierung nicht erfinden, nur verstärken.

Der Fix ist immer derselbe: zurück zu den acht Sätzen, Best, Better, Only wiederholen, Discovery-Notizen dagegenhalten. Wie daraus ein Satz fürs Erstgespräch wird, zeigt das One-Liner-Messaging. Mehr Bauanleitungen wie diese sammle ich im Hub GTM Engineering.

Was bleibt

Was funktioniert. Dunfords acht Schritte sind ein Bauplan, kein Pitch-Trick. Sie zwingen dich, das Fundament zu legen, bevor du Werbung machst.

Was nicht funktioniert. Den Pitch am Ende dranbasteln. Wer zuerst Slides baut und dann Positionierung sucht, wechselt nach drei Monaten Agentur und ist wieder bei null.

⚠️ Warnung. Acht Sätze, nicht acht Absätze. Wenn ein Schritt nicht in einen Satz passt, ist er noch nicht klar genug.

Der Pitch ist die erste Bauphase, nicht die letzte Lackschicht. Wer ihn als Fundament baut, gibt seinem Team und seinen Agents dieselbe Grundlage. Drei Profis plus Agents fahren dann eine Abteilung, für die du früher dreissig gebraucht hast.

Nächster Schritt. Abonnier den Newsletter und du bekommst die nächsten Operator-Notizen in den Posteingang.

Häufige Fragen

Was ist April Dunfords Sales-Pitch-Framework in einem Satz?

Ein achtstufiger Bauplan, der den Sales Pitch aus der Positionierung ableitet: Market Insight, Alternativen, differenzierter Wert, Zielsegment, Kategorie, Beweis, Einwände, Call to Action.

Wann lohnt sich ein Pitch-Rebuild?

Wenn du nicht in einem Satz erklären kannst, mit was du verglichen wirst und warum du anders bist. Auch wenn Sales-Cycles länger werden und Marketing-Content generisch wirkt, ist die Positionierung der erste Hebel.

Warum ist der Pitch die Grundlage für AI-Agents?

Ein Outbound-, Research- oder SDR-Agent braucht denselben Kontext wie ein Mensch: wer der Käufer ist, was er heute nutzt, warum dein Angebot anders ist. Liegen diese acht Sätze sauber vor, fahren Agents auf derselben Grundlage und produzieren keine plausiblen Nebelkerzen.

Was unterscheidet Positionierung von Messaging?

Positionierung ist das Fundament: Markt, Alternativen, Wert, Segment, Kategorie. Messaging ist die Sprache obendrauf für die jeweilige Persona. Ohne Fundament wechselt das Messaging alle drei Monate.

Wie lange dauert es, die acht Sätze zu bauen?

Zwei bis vier Wochen, wenn das Team mitarbeitet und Daten vorliegen. Länger, wenn Sales-Calls noch nicht sauber dokumentiert sind und Kunden-Interviews fehlen.

Geschrieben von

Serial Entrepreneur, Autor

Marc ist Serial Entrepreneur. Mit 16 hat er sein erstes Software-Unternehmen gestartet. Seither dieselbe Schnittstelle: Software Product Management trifft Go-to-Market. Er baut die Brücke: Product × GTM × AI, als ein System, nicht als drei Abteilungen. Drei statt dreissig. Wenn er nicht baut, fliegt er Gleitschirm.