Cloud-Native, IaaS, PaaS und SaaS einfach erklaert
Cloud ist kein Ort am Himmel. Es ist die Frage, wie viel von der Maschine du selbst betreibst und wie viel jemand anders.
Ich arbeite an der Schnittstelle von Product, GTM und AI und baue gerade meine 10. Firma. Sobald AI-Agents in deinem Produkt-Team mitlaufen, ist diese Frage keine Theorie mehr. Sie entscheidet, wo deine Agents arbeiten und wie schnell.
Was du hier mitnimmst:
- Was IaaS, PaaS und SaaS konkret bedeuten, in einem Satz pro Schicht.
- Warum die Grenzen dazwischen laengst verschwimmen.
- Warum die Cloud-Architektur zaehlt, wenn Agents bei dir laufen.
Meine These: Die drei Modelle sind drei Schichten desselben Stapels. Du musst nur wissen, welche du selbst betreibst.
🧨 Drei Schichten, ein Stapel
Die offizielle Definition kommt vom NIST. Im Alltag reichen drei einfache Saetze.
IaaS, Infrastructure as a Service. Die unterste Schicht. Du mietest nur die Hardware: Rechenleistung, Speicher, Netzwerk, virtualisiert in einem Rechenzentrum. Betriebssystem und alles darueber installierst du selbst. Du mietest IT-Infrastruktur und Wartung, sonst nichts.
PaaS, Platform as a Service. Die mittlere Schicht. Hier ist nicht der IT-Administrator gefragt, sondern der Entwickler. Der Anbieter stellt die Umgebung als Framework bereit und gibt Programmiersprachen, Schnittstellen und Datenspeicher vor. Du kontrollierst nur deinen eigenen Code und deine Daten, nicht die Infrastruktur darunter.
SaaS, Software as a Service. Die oberste Schicht, sie baut auf den beiden anderen auf. Du kaufst die Software nicht und installierst sie nicht. Du mietest sie als Dienst. Meist reichen ein internetfaehiges Geraet und ein Browser. Guenstige Hardware bei dir, volle Rechenpower im Rechenzentrum.
🛠️ Warum die Grenzen verschwimmen
Die saubere Schichttorte ist Theorie. In der Praxis verwischen die Linien seit Jahren. Schon bevor Azure 2012 virtuelle Maschinen anbot, war oft nicht mehr klar, wo IaaS aufhoert und PaaS anfaengt.
Echte Projekte fragen nicht nach dem Modell. Sie buendeln Faehigkeiten: eine API hier, eine Komponente dort, ein Service obendrauf. Es ist nicht IaaS oder PaaS. Es ist IaaS und PaaS und SaaS, oft im selben Projekt. Dazu kommt der Hybrid-Ansatz, der sogar die Grenze zur eigenen Hardware vor Ort verwischt.
Anfangs musste man PaaS noch erklaeren und rechtfertigen. Schnell ging es nur noch um echte Entwicklungsprojekte. Die Reife rund um Hybrid-Cloud wuchs Jahr fuer Jahr. Das ist der Stand heute: nicht ein Modell, sondern ein Mix, den du bewusst zusammenstellst.
🤖 Warum das im Agenten-Zeitalter zaehlt
Genau hier wird es fuer mich konkret. Ich baue AI-native Produkt-Teams. Ich nenne das Get Multiplayer: wie Menschen und AI-Agents zusammen arbeiten. Ein Hyperlean-Team, ein paar Profis plus Agents, die rund um die Uhr laufen. Drei statt dreissig.
Diese Agents laufen irgendwo. Ob auf IaaS, PaaS oder als SaaS angebunden, entscheidet ueber Latenz, Kosten und Datenkontrolle. Wer seinen Code, sein Jira und seine Daten in der EU halten muss, fuer den ist die Schichtwahl keine Technikfrage, sondern eine Compliance-Frage.
Dazu kommt der Kontext. Ein Agent ist nur so gut wie seine Grundlage. Diese Grundlage ist die Context Engine: der Business- und Code-Kontext deiner Firma. Wo dieser Kontext liegt und wie die Agents drankommen, das ist eine Frage der Cloud-Architektur. Ohne sauberen Kontext ist es Garbage in, Garbage out.
🎢 Highs, Lows, Warnung
✅ Was funktioniert: Die Schichten als mentales Modell. Frag bei jedem Dienst: Welche Schicht betreibe ich selbst, welche jemand anders. Das raeumt die meiste Verwirrung weg.
❌ Was nicht funktioniert: Die Modelle als starre Schubladen behandeln. Die Realitaet ist gemischt, hybrid und verschwommen. Wer auf die saubere Torte wartet, plant an der Praxis vorbei.
⚠️ Warnung: Lass die Cloud-Architektur nicht zufaellig entstehen. Sobald Agents bei dir laufen, bestimmt sie Tempo, Kosten und wo deine Daten liegen.
Cloud ist kein Ort am Himmel, sondern eine Entscheidung darueber, was du selbst betreibst. Im Agenten-Zeitalter wird diese Entscheidung wichtiger, nicht unwichtiger. Wenn du Agents in deinem Produkt-Team einsetzen willst, die deinen Kontext kennen, schau bei teklens.ai vorbei.
Operator, Gründer, Autor
Marc arbeitet an der Schnittstelle von Product, GTM und AI. Neun Firmen gegründet, drei Exits, 300 Mitarbeitende geführt als CCO, 25 Jahre B2B-Software in Zürich. Die 10. Firma, teklens.ai, ist gerade im Bau (Hiring now). Er redet wie jemand, der gebaut, verkauft und geführt hat,