Marc Gasser
Zurück zum Blog

Endlich Meetings, die dein Unternehmen weiterbringen

Die meisten Meetings sind Theater. Viel geredet, am Ende ist niemand schlauer.

Ich arbeite an der Schnittstelle von Product, GTM und AI und baue mit kleinen Teams. Drei Menschen statt dreissig. In so einem Team kannst du dir kein Meeting leisten, in dem zwei Stunden lang kein einziger brauchbarer Vorschlag faellt. Das Problem ist fast nie das Team. Es ist die fehlende Struktur.

Was du hier mitnimmst:

  • Warum ein 3-Personen-Team entscheidet, statt zu meeten.
  • Wie ich Meetings nach dem IED-Prinzip aufbaue.
  • Wie AI-Agents die Vorarbeit uebernehmen, damit der Mensch nur noch entscheidet.

Meine These: Ein Meeting ist zum Entscheiden da, nicht zum Informieren

Ein gutes Meeting braucht drei Dinge: einen Rhythmus, einen treibenden Motor und Prozessdisziplin. Der Rhythmus ist die Regelmaessigkeit, wie ein Herzschlag. Der Motor ist das Engagement, deins eingeschlossen. Die Prozessdisziplin haelt dich an der Agenda. Fehlt eines davon, drehst du im Kreis.

🧨 Das Problem: spontan einberufen, strukturlos verlaufen

Das klassische Muster: Du willst eine Entscheidung treffen, berufst spontan ein Meeting ein, alle reden durcheinander, neue Themen poppen auf, und es sitzen Leute am Tisch, die nichts beitragen koennen. Eine EOS-Umfrage hat ergeben, dass Fuehrungskraefte die Effektivitaet ihrer Meetings auf einer Skala von 1 bis 10 im Schnitt mit einer 4 bewerten. Das ist die Realitaet.

🛠️ Wie ich Meetings baue

Zuerst klassifiziere ich jedes Thema nach dem IED-Prinzip:

  • I = Information. Nur teilen, keine Diskussion.
  • E = Entscheidung. Hier wird entschieden.
  • D = Debatte. Hier wird gerungen.

So weiss jeder vorher, was an einem Punkt passiert. Als Geruest nehme ich die Level-10-Agenda aus dem EOS-Framework. Komprimiert auf 45 Minuten sieht ein Lauf bei mir so aus:

  • Check-in, ein bis zwei Minuten. Was lief gut.
  • Updates aus den Bereichen, fuenf Minuten.
  • Kunden- und Team-Schlagzeilen, je ein Satz, fuenf Minuten.
  • To-do-Liste, fuenf Minuten. Erledigt, naechste Woche.
  • Problemliste, zwanzig Minuten. Die drei wichtigsten Themen, Fokus auf Loesung.

Dazu die Grundregeln: puenktlicher Start, harter Schluss, nur relevante Leute. Zu viele Koeche verderben den Brei. In kleiner Runde kommt jeder zu Wort, und das macht das Meeting sofort besser.

🤖 Das Tool: Agents machen die Vorarbeit

Hier kommt der Punkt fuer 2026. In einem Hyperlean-Team, ein paar Profis plus AI-Agents, die rund um die Uhr arbeiten, ist die Vorarbeit nicht mehr menschliche Arbeit. Die Agents ziehen die Updates aus dem System, fassen die Kunden-Schlagzeilen zusammen, bereiten die drei Probleme mit Kontext auf und schlagen Optionen vor. Das alles laeuft im GTM OS, der App auf app.gtm.science, mit der du Tasks und Context verwaltest, wie ein Jira fuer GTM-Teams.

Damit das funktioniert, brauchen die Agents eine Grundlage: die Context Engine, den Business-Kontext deiner Firma als Basis fuer AI-Agents. Ohne diesen Kontext ist es Garbage in, Garbage out. Mit ihm steht die Information-Spalte deines Meetings schon vor dem Meeting. Die Menschen kommen rein und tun nur noch das Eine, was Menschen besser koennen: entscheiden.

Das staerkste Argument: weniger Meeting, mehr Output

Der groesste Fehler ist, gar keine Meetings zu machen. Der zweitgroesste ist, sie nur nach Bedarf zu machen, bis sich der Klaerungsbedarf staut. Regelmaessigkeit schlaegt beides. Aber Regelmaessigkeit plus Agents, die die Information liefern, schlaegt alles. Wenn die Vorarbeit erledigt ist, schrumpft das Meeting auf den Teil, der wirklich Menschen braucht. Drei Leute, eine klare Agenda, eine Entscheidung. Statt dreissig Leute, die zuhoeren.

🎢 Highs, Lows, Warnings

Was funktioniert: Fester Rhythmus, IED-Klassifizierung, Agents fuer die Vorarbeit. Das Meeting wird vom Zeitfresser zum Entscheidungs-Werkzeug.

Was nicht funktioniert: Das Meeting fuer die Kaffeebohnensorte oder die leere Toilettenpapierrolle verschwenden. Und die Moderation komplett an dich reissen.

⚠️ Warnung: Agents ohne Kontext liefern plausiblen Nebel. Garbage in, Garbage out. Die Vorarbeit ist nur so gut wie der Kontext, auf dem sie laeuft.

Zurueck zum Anfang: Meetings muessen kein Theater sein. Mit Rhythmus, IED und Agents, die die Information bringen, wird das Meeting endlich das, was es sein sollte. Der Ort, an dem dein Unternehmen entscheidet und weiterkommt. Drei statt dreissig.

Geschrieben von

Operator, Gründer, Autor

Marc arbeitet an der Schnittstelle von Product, GTM und AI. Neun Firmen gegründet, drei Exits, 300 Mitarbeitende geführt als CCO, 25 Jahre B2B-Software in Zürich. Die 10. Firma, teklens.ai, ist gerade im Bau (Hiring now). Er redet wie jemand, der gebaut, verkauft und geführt hat,